Broker & Handelsplattformen
Fünf Anbieter im Vergleich: Bedienung, Orders, Überweisungen, Kosten, Kurse und Schnittstellen.
Zum VergleichTurbo-Optionsscheine, Broker und Handelsplattformen: Grundlagen und persönliche Erfahrungen für einen informierten Blick auf den Handel.
Was steckt im Produkt – und was muss die Handelsplattform können? Hier geht es um die Details, die im Trading-Alltag zählen.
Fünf Anbieter im Vergleich: Bedienung, Orders, Überweisungen, Kosten, Kurse und Schnittstellen.
Zum VergleichHebel, Knock-out, Spread und Emittentenrisiko verständlich eingeordnet.
Grundlagen lesenDieser Vergleich betrachtet vor allem den kurzfristigen Handel mit Turbo-Optionsscheinen. Günstige Orders, eine brauchbare Absicherung und aktuelle Kurse zählen ebenso wie Bedienung und technische Anbindung.
Die persönlichen Eindrücke stammen aus meiner Nutzung und Bewertung. Es handelt sich nicht um einen standardisierten Leistungstest oder eine vollständige Marktübersicht. Konditionen und Funktionen wurden, soweit belegbar, anhand der unten verlinkten Anbieterinformationen abgeglichen. Dieser Brokervergleich enthält keine Affiliate-Links. Ich erhalte von den vorgestellten Brokern weder eine Vergütung noch sonstige Vorteile für ihre Darstellung.
| Anbieter | Orderkosten¹ | OCO / Bracket² | Eigene Trading-Software |
|---|---|---|---|
| finanzen.net ZERO | 0 € ab 500 Mindestordervolumen; darunter 1 € Zuschlag | OCO, abhängig vom Produkt | nein |
| justTRADE | 0 € / 2 € je nach Emittent; 500 € Mindestordervolumen | OCO | nein |
| Consorsbank | StarPartner: 0 € ab 1.000 €; darunter 3,95 € | OCO, handelsplatzabhängig | Trading-API mit ActiveTrader |
| Trade Republic | Im Erfahrungsstand: 1 €; aktuelle Ordervorschau prüfen | Keine OCO dokumentiert | Web Terminal, Keine API. |
| Interactive Brokers | Tarif- und handelsplatzabhängig | Bracket / OCA, produktabhängig | TWS API / IB Gateway |
¹ Je Kauf oder Verkauf; zusätzlich Spread und mögliche Produktkosten. Sonderkonditionen gelten nur unter den jeweiligen Angebotsbedingungen. ² Die Verfügbarkeit muss für die konkrete ISIN und den Handelsplatz geprüft werden.
Übersichtliche App · viele Orderfunktionen
finanzen.net ZERO ist ein deutscher Onlinebroker mit Depotführung bei der Baader Bank. Zum Angebot gehören auch Optionsscheine und Knock-out-Produkte.
Mein Eindruck: Die Website bereitet die für meinen Turbo-Handel wichtigen Informationen übersichtlich auf. Besonders gelungen finde ich die strukturierte Smartphone-App. Kursanzeige und Charts wirken in meiner Nutzung zügig.
Für den manuellen Handel mit Turbo-Optionsscheinen ist finanzen.net ZERO eine gute Wahl: Website und App sind übersichtlich, die Produktkurse reagieren in meiner Nutzung zügig, und Ordertypen wie OCO erleichtern die Absicherung, sofern sie beim gewählten Emittenten verfügbar sind. Wer bei Auszahlungen etwas Wartezeit einplanen kann und keine Trading-API für automatisierte Orders benötigt, findet hier ein gut nutzbares Gesamtpaket.
Positive Alltagserfahrung · Unterschiede je Emittent
justTRADE ist ein deutscher Onlinebroker. Konto und Depot werden über die Sutor Bank geführt. Für den Turbo-Handel ist die Unterscheidung zwischen den Emittenten besonders wichtig.
Mein Eindruck: In rund einem Jahr meiner Nutzung ist mir kein Zugangsausfall aufgefallen. Stop-Orders wurden in meinen beobachteten Fällen präzise ausgeführt.
Für meinen manuellen Turbo-Handel fast ein Geheimtipp: In meiner Nutzung wurden Orders zuverlässig ausgeführt, und Überweisungen gingen schnell ein. Schwachpunkt sind die Kursupdates: Société Générale aktualisiert laufend, kostet aber Orderprovision; bei anderen Emittenten gibt es teils längere Pausen. UBS bietet mir mit etwa 30 Sekunden und ohne Orderprovision den besten Kompromiss.
ActiveTrader · offizielle Trading-API
Die Consorsbank ist eine Marke der BNP Paribas S.A. Niederlassung Deutschland. Neben Website und App bietet sie die Handelssoftware ActiveTrader und eine dazugehörige Trading-API.
Mein Eindruck: Die Software ActiveTrader ist ein Highlight. Sie wird als Programm und WebApp angeboten und lässt keine Wünsche offen (in der Normalversion gratis).
Ein vielseitiger Anbieter mit besonders günstigen Konditionen für den Turbo-Handel im Rahmen des StarPartner-Angebots. Die enthaltene ActiveTrader-Plattform wertet das Gesamtpaket deutlich auf. Bei der Depoteröffnung lässt sich unter anderem die AusweisApp nutzen. Der Aktivierungscode kam bei mir bereits am nächsten Werktag per Post an.
Einfacher Einstieg · Grenzen bei kombinierten Orders
Die Trade Republic Bank GmbH ist eine deutsche Neobank mit Sitz in Berlin. Besonderheit ist das im Depot integrierte Tagesgeldkonto.
Mein Eindruck: Die App ist leicht bedienbar. Für meinen Turbo-Handel wiegt die fehlende OCO-Funktion jedoch schwer.
Ein schnell wachsender, innovativer Anbieter mit einer einfach zu bedienenden App. Die Weboberfläche (im Browser) lässt sich nun individuell anpassen, was zunächst etwas Eingewöhnung erfordert. Das neue Webterminal (Desktop) klingt vielversprechend; die automatische Wahl des Handelsplatzes (Kauf zum günstigsten, Verkauf zum höchsten Preis) ist zwar innovativ, bringt aber für das Daytrading mit Turbos keinen echten Nutzen. Die fehlende OCO-Order ist gerade für das Daytrading mit Turbos ein klarer Ausschlussgrund.
Umfangreiche Infrastruktur · höherer Einrichtungsaufwand
Interactive Brokers ist eine international tätige Brokergruppe für professionelle Ansprüche.
Mein Eindruck: Die Einrichtung und Handelsfreigaben sind aufwendig, bieten dafür aber uneingeschränkte Flexibilität.
Interactive Brokers bietet ein breites Handelsangebot und leistungsfähige Werkzeuge bis hin zur Trading-API. Einrichtung und Bedienung verlangen jedoch Einarbeitung; auch die steuerliche Erfassung erfordert Eigenarbeit. Für erfahrene Trader interessant, für einen unkomplizierten Einstieg weniger geeignet.
Kleine Bewegungen im Basiswert können große Auswirkungen auf das eingesetzte Kapital haben. Deshalb beginnt die Produktauswahl beim Risiko.
Long-Turbos profitieren grundsätzlich von steigenden, Short-Turbos von fallenden Kursen. Der Hebel beschreibt die ungefähre prozentuale Empfindlichkeit des Produkts gegenüber seinem Basiswert. Er verändert sich mit den Kursen.
Berührt oder durchbricht der maßgebliche Basiswert die Knock-out-Schwelle, endet das Produkt nach seinen Bedingungen. Ein Totalverlust ist möglich. Auch Open-End-Produkte können vom Emittenten gekündigt werden.
Kauf- und Verkaufskurs unterscheiden sich. Hinzu kommen mögliche Ordergebühren und im Produkt berücksichtigte Finanzierungskosten. Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten droht ebenfalls ein Totalverlust.
Bei einem Long-Turbo mit einem anfänglichen Hebel von 5 wirkt eine Kursänderung des Basiswerts ungefähr fünfmal so stark auf den Produktpreis. Die folgenden Werte sind eine vereinfachte Momentaufnahme ohne Spread, Gebühren und weitere Preiseinflüsse.
Entscheidend sind der konkrete Basiswert, die Beobachtungszeiten und die Produktbedingungen. Eine beliebige Indexanzeige oder ein Future-Chart muss nicht dem für das Produkt maßgeblichen Referenzkurs entsprechen.
Wichtige Einordnung: Auch bei CFDs für Kleinanleger sind Nachschusspflichten in Deutschland ausgeschlossen. Turbos sind deshalb nicht pauschal sicherer: Knock-out, Spread, Finanzierungskosten und Emittentenrisiko bleiben relevant.
Ein Beispiel ist die onvista-Seite „Knock-Out-Optionsscheine auf DAX“. Dort kannst du unter anderem nach Long oder Short, Hebel und Knock-out-Schwelle filtern. Die Bezeichnung „Mini-Future“ in solchen Produktlisten meint ebenfalls ein Knock-out-Produkt und keinen börsengehandelten Futures-Kontrakt.
Vor dem Kauf: Basisinformationsblatt und endgültige Bedingungen lesen. Produktfreigaben und erforderliche Wissensprüfungen beim jeweiligen Broker beachten.
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und geben persönliche Erfahrungen wieder. Sie stellen keine individuelle Anlageberatung dar.
Der Handel mit Turbo-Optionsscheinen ist hochriskant. Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind jederzeit möglich.